Dr. Lisa Sigl

Universitätsassistentin


Forschungsplattform “Responsible Research and Innovation in Academic Practice”
T: +43 1 4277 26101
Email

Sprechstunde:
nach Vereinbarung via e-mail.

Biographie

Lisa Sigl ist Universitätsassistentin an der Forschungsplattform „Responsible Research and Innovation (RRI) in Academic Practice“. Ihr Forschungsinteresse liegt darin zu fragen, unter welchen Bedingungen „Verantwortung“ (in ihren verschiedenen Dimensionen) ein legitimer und wirkmächtiger Wert in Forschungskulturen und –praxen ist oder werden kann. Dabei ist sie insbesondere an der (Weiter-)Entwicklung von Formen inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit interessiert, die Potenzial in der Realisierung sozial verantwortlicher Forschung haben.

Als Forschungsassistentin am Zentrum für HochschulBildung (zhb) der TU Dortmund (2014-2016) arbeitet sie an dem Projekt „University-industry collaboration in high-tech fields ” mit besonderem Fokus auf Deutschland. Die zentrale Forschungsfrage, wie ForscherInnen sich in neuen Governance-Anordnungen (z.B. neue IPR-Gesetzgebung, universitätsinterne Regelungen) bewegen, um Forschung zu kommerzialisieren, ist an einer Schnittstelle von Wissenschaftsforschung und Hochschulforschung angesiedelt.

In ihrer Zeit am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip) in Wien (2012-14) hatte sie Gelegenheit, mit VertreterInnen verschiedener Stakeholder (bmwfw, bmvit, FWF. FFG, etc.) im Rahmen der Taskforce der österreichischen Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschafts- und Forschungspolitik zu arbeiten. Als Leiterin des Forschungsschwerpunkts „Internationalisierung von Wissenschafts- Forschungs- und Innovationspolitik“ war sie insbesondere an internationalen Vergleichen von Innovationspolitik und von Innovationskonzepten in Europa, China und Indien interessiert.

In ihrer Dissertation hat sie herausgearbeitet, wie junge ForscherInnen in den Lebenswissenschaften (PhDs, Postdocs) mit verschiedenen Formen von Unsicherheit und Prekarisierung umgehehen. Sie hat dafür konzeptuelle Ansätze aus den Science and Technology Studies (STS) und den Labour Studies kombiniert, um neue Perspektiven auf die Transformationen wissenschaftlicher Arbeitskulturen zu erschließen. Grundlage für die Arbeit war die Mitarbeit an Forschungsprojekten zur Veränderung wissenschaftlicher Forschungskulturen – das FP6-Projekt KNOWING („Knowledge, Institutions and Gender: An East-West Comparative Study“) und das Projekt GOLDII („Die Biowissenschaften als Kultur und Praxis neu denken“) – und ein DOC-Stipendium der öaw („Uncertain Research Landscapes“). verlinken)

Forschungsinteressen

  • Veränderung von Kulturen und Praxen der Wissensproduktion in ihren sozialen Kontexten (v.a. an Universitäten, aber auch in Kontexten der Kommerzialisierung von Forschung, sozialen Innovation oder sozialer Bewegungen)
  • inter- and transdisziplinäre Zusammenarbeit im Kontext von “Responsible Research and Innovation –  RRI”
  • Innovationspolitik und Innovationskonzepte im internationalen Vergleich

Publikationen

Sigl, L. (2016). Über Bedingungen der Prekarisierung  in akademischen Arbeitskulturen - am Beispiel der Lebenswissenschaften in Wien. In B. Schmidt-Lauber, C. Blumhagen, & A. Rabensteiner (Eds.), Doing University. Reflexionen universitärer Alltagspraxis (pp. 181-206). Wien: Verlag des Instituts für Europäische Ethnologie.


Mayer, K., & Sigl, L. (2016). Responsible Research and Innovation in Academic Practice. oead News (101), 10-12.


Sigl, L. (2015). On the Tacit Governance of Research by Uncertainty. How Early Stage Researchers Contribute to the Governance of Life Science Research. Science, Technology & Human Values, 1-28. doi: 10.1177/0162243915599069.


Witjes, N. & Sigl, L. (2015). The Internationalization of Science, Technology & Innovation (STI): An Emerging Policy Field at the Intersection of Foreign Policy and Science Policy? In A. Jansen, A. Franzmann & P. Münte (Eds.), Legitimizing Science: National and Global Publics, 1800-2010 (pp. 245-272) Frankfurt/New York: Campus.


Sigl, L. (2015). „Absicherung gibt es überhaupt keine, man kann nur hoffen...“ Über den Umgang mit Unsicherheiten im Kontext der Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen junger Lebenswissenschaftler/innen. Journal Hochschuldidaktik, 25(1-2), September 2015, 24-27.


May, D., Hosch-Dayican, B., Leisyte, L., Sigl, L. & Terkowsky, C. (2015). Entrepreneurship and Gender in Higher Engineering Education in Germany, Paper presented at the Annual Conference of the European Society for Engineering Education (SEFI), Orléans.


Sigl, L. & Heidenwolf, C. (2013). Scientists as Diplomats!? On the Challenges of Researching International Science, Technology and Innovation Policies. In C. Günay & J. Pospisil (Eds.): Global Shifts and Europe (Viennese Contributions to International Affairs 13/14) (pp. 61-71). Wien: Facultas.


Sigl, L. (2012). Embodied Anxiety. On Experiences of Living, Working and Coping with Conditions of Precarity in Research Cultures of the Academic Life Sciences. Universität Wien, August 2012 (Dissertationsgebiet: Soziologie).


Felt, U., Sigl, L. & Wöhrer, V. (2010). Multiple Ways of Being Together Alone: A Comparative Analysis of Collective and Individual Dimensions of Academic Research in Two Epistemic Fields. STS Working Paper Series 01-2011, Department of Social Studies of Science, University of Vienna.


Sigl, L. as contributor to: Felt, U. (Ed.) (2009). Knowing and Living in Academic Research. Convergence and Heterogeneity in Research Cultures in the European Context. Prague: Institute of Sociology of the Academy of Sciences of the Czech Republic.


Sigl, L. (2006). Keine Diättherapie ohne Arzt! Zur Etablierung von Diätassistentinnen in Österreich und im ‚Deutschen Reich’ 1933 bis 1945. In I. Arias (Ed.): Im Dienste der Volksgesundheit. Frauen, Gesundheitswesen, Nationalsozialismus (pp. 211-232). Wien: Verlagshaus der Ärzte GmbH.


Sigl, L. (2004). Die Ernährungswissenschaft als Emanzipationsstrategie der bürgerlichen Frauenbewegung um 1930 im Spiegel der Zeitschriften ‚Die Österreicherin’ und ‚Die Frau und ihre Interessen’. Universität Wien, August 2004.